Sustainability Day 2019: “Nachhaltigkeit ist nicht mehr genug”

Alle News, Inside CBS   -  20. November 2019

Zum fünften Sustainability Day brachte das CSR-Studierendenteam und das Center for Advanced Sustainable Management wieder grüne Unternehmer an den CBS Campus: Lukas Kulemeier, Gründer des CO2-Kompensations-Start-up Treefy, zeigten Strategien auf, wie sich der persönliche CO2-Fußabdruck reduzieren bzw. ausgleichen lässt. Lavinia Muth, Corporate Responsibility Manager bei ArmedAngels, stellte die neue „Circular strategy“ des Kölner Eco-Fashion-Labels.

Lukas Kulemeier: Einfach emissionsfrei leben 

Den Auftakt der Veranstaltung machte Lukas Kulemeier mit einem eindringlichen Gastvortrag zu den Auswirkungen der CO2-Emissionen auf Klima und Gesellschaft. Dem Heidelberger Unternehmer zufolge würde bei den globalen Auswirkungen des Klimawandels zu häufig außer Acht gelassen, dass neben extremer Wetterphänomene und steigenden Temperaturen auch die Biodiversität unserer Erde massiv bedroht werde: Zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern und sich durch Eingriffe in das Ökosystem, wie der Abholzung des Regenwaldes, stark bedroht. Auch mit 200 Millionen Klimaflüchtlingen in den nächsten 30 Jahren sei schon heute auszugehen.

Als Reaktion auf diese Entwicklung haben Lukas Kulemeier und Justus Formann in diesem Jahr Treefy ins Leben gerufen – ein Startup, welches gegen eine Spende den persönlichen C02-Ausstoßes durch Aufforstung ausgleicht. Das Konzept der CO2-Kompensation durch Aufforstung stieße auf große Nachfrage: Aktuell habe das Unternehmen bereits 500 Bäume auf der ganzen Welt angepflanzt.

Lavinia Muth: Konsequente Kreislaufwirtschaft einführen

Dass die Textilindustrie eine schmutzige Industrie sei, stellte Lavinia Muth bereits ganz zu Beginn ihres Vortrags heraus: 70 Millionen Tonnen an Altkleider würden jedes Jahr weltweit anfallen. Davon würden wiederum 73 Prozent deponiert oder verbrannt und 14 Prozent in u. a. Malerteppichen zweitverwertet  werden. Insgesamt würde nur ein Prozent aller Altkleider in einem geschlossenen Kreislauf recycelt werden, sodass Altkleider in ihre Rohmaterialien getrennt und zu neuem Garn versponnen werden. Diesem Ziel hat sich nun das Kölner Label, welches Produkte, Wiederverwendungs- und Wiederverkaufsmodelle entwickeln muss. Einen ersten Schritt sind sie mit einem Pilotprojekt nun gegangen: 700 dieser „Circular T-Shirts“ haben sie bereits herstellen können.

Als Abschluss des Aktionstages hatten die zahlreichen Teilnehmer/-innen nach den Vorträgen die Gelegenheit, bei Finger-Food und kühlen Getränken mit den grünen Unternehmern zu netzwerken.

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