Die4-Tage-Woche gehört zu den meistdiskutierten Arbeitszeitmodellen der letztenJahre. Statt an fünf Tagen zu arbeiten, verteilen Beschäftigte ihreWochenarbeitszeit auf vier Tage und gewinnen so ein verlängertes Wochenende.Wie eine große deutsche Pilotstudie mit 45 Unternehmen zeigt, ist das Modell längst mehr als ein Experimentaus Neuseeland: Es hat sich auch hierzulande in der Praxis bewährt.
In diesem Artikel erfährst Du, welche Vorteile und Nachteile die 4-Tage-Woche hat, wie sich Dein Urlaubsanspruch dabei verändert, welche Modelle es gibt und was die aktuelle Studienlage in Deutschland zeigt.
Das Wichtigste in Kürze
Definition: Bei der 4-Tage-Woche wird die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilt, je nach Modell bei gleicher oder reduzierter Gesamtstundenzahl
Größter Vorteil: Mehr Freizeit und laut deutscher Pilotstudie stabile Umsätze trotz 20 Prozent weniger Arbeitszeit
Größter Nachteil: Je nach Modell sinkt der gesetzliche Urlaubsanspruch anteilig, zum Beispiel von 20 auf 16 Tage im Jahr
Aktuelle Studienlage: In Deutschlands bislang größter Pilotstudie mit 45 Unternehmen wollten 70 Prozent das Modell fortführen, nur 20 Prozent kehrten zur 5-Tage-Woche zurück
Modelle: Von der komprimierten 4x10-Stunden-Woche bis zur echten 32-Stunden-Woche bei vollem Gehalt gibt es verschiedene Varianten
Für Unternehmen: Die 4-Tage-Woche wird zunehmend zum Argument im Wettbewerb um Fachkräfte, gerade in wissensbasierten Berufen
Für wen relevant: Sowohl für Arbeitnehmer:innen, die mehr Zeit für sich wollen, als auch für alle, die sich schon im
Wirtschaftspsychologie-Studium
mit der Zukunft der Arbeit beschäftigen möchten
Was ist die 4-Tage-Woche?
Die 4-Tage-Woche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Werktage verteilt wird. Je nach Modell bleibt die Gesamtstundenzahl dabei gleich, zum Beispiel bei vier mal zehn Stunden, oder sie sinkt tatsächlich, etwa auf eine 32-Stunden-Woche bei vollem Gehaltsausgleich. Ziel ist in beiden Fällen eine bessere Work-Life-Balance.
Damit ist die 4-Tage-Woche Teil eines größeren Trends hin zu flexibleren Arbeitsmodellen. In einem Gastvortrag von SAP an der CBS wurde berichtet, wie New-Work-Prinzipien wie verteilte Führungsverantwortung und psychologische Sicherheit im Team dabei helfen, Arbeit flexibler und ergebnisorientierter zu organisieren, unabhängig davon, an wie vielen Tagen gearbeitet wird. Für Unternehmen ist die 4-Tage-Woche deshalb zunehmend auch ein Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte, nicht nur ein Zugeständnis an Beschäftigte.
Vorteile der 4-Tage-Woche im Überblick
Die 4-Tage-Woche bietet mehr Freizeit für Familie, Freunde und Hobbys, spart Fahrtkosten und kann laut Studien Produktivität und Gesundheit verbessern, ohne dass Unternehmen dabei Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.
Vorteil 1 – Mehr Zeit für Familie und Freunde
Wird die Arbeitszeit auf vier Wochentage verteilt, hat der Mitarbeiter ein verlängertes Wochenende. So bleibt mehr Raum für andere wichtige Dinge im Leben, wie Familie und Freunde, statt Termine nur an zwei Tagen unterzubringen.
Vorteil 2 – Mehr Zeit für Hobbys und Erholung
Dank verkürzter Arbeitswoche bleibt genügend Zeit, um Hobbys nachzugehen oder einfach abzuschalten. Je ausgeglichener und entspannter der Mitarbeiter ist, desto höher ist in der Regel auch seine Motivation im Job.
Vorteil 3 – Höhere Produktivität und weniger Stress
In der deutschen Pilotstudie der Universität Münster bewerteten Beschäftigte ihre eigene Produktivität mit durchschnittlich 7,69 von 10 Punkten, gegenüber 6,83 Punkten in der Vergleichsgruppe. Umsatz und Gewinn der teilnehmenden Unternehmen blieben dabei trotz 20 Prozent weniger Arbeitszeit stabil. Kürzere Arbeitswochen gehen zudem häufig mit weniger Stress und selteneren Krankheitsausfällen einher.
Vorteil 4 – Geringere Fahrtkosten
Da der Mitarbeiter nur an vier statt fünf Tagen zum Arbeitsplatz fährt, spart er nicht nur Zeit, sondern über das Jahr gerechnet auch spürbar Fahrtkosten, gerade bei langen Pendelstrecken.
Vorteil 5 – Mehr Raum für Kurztrips am verlängerten Wochenende
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Welche Nachteile hat die 4-Tage-Woche?
Die 4-Tage-Woche hat auch Schattenseiten: längere Arbeitstage mit Überstundenrisiko, schwierigere Kinderbetreuung, sinkende Konzentration nach mehreren Stunden und je nach Modell weniger Urlaubstage im Jahr.
Nachteil 1 – Längere Arbeitstage und Überstundenrisiko
Anfangs stellen sich viele vor, zehn Stunden am Tag zu arbeiten sei einfach umsetzbar. Werden Überstunden nötig, können aus zehn Stunden schnell elf oder zwölf werden, mit entsprechend weniger Erholungszeit am Abend. Klare Absprachen zu Kernarbeitszeiten helfen, dem vorzubeugen.
Nachteil 2 – Schwierigere Kinderbetreuung
Vor allem Beschäftigte mit kleinen Kindern haben es schwerer, eine Betreuung über einen so langen Arbeitstag hinweg zu organisieren, etwa wenn Kita-Öffnungszeiten nicht mithalten. Das betrifft besonders Modelle mit vier mal zehn Stunden statt kürzerer, aber ebenfalls auf vier Tage verteilter Arbeitszeit.
Nachteil 3 – Sinkende Konzentration nach mehreren Stunden
Es gilt als belegt, dass die Konzentrationsfähigkeit nach fünf bis sechs Stunden am Tag spürbar nachlässt. Ob die Produktivität wirklich steigt, wenn die tägliche Arbeitszeit von acht auf zehn Stunden wächst, hängt deshalb stark von Aufgabe und Arbeitsorganisation ab, nicht allein von der Anzahl der Arbeitstage.
Nachteil 4 – Weniger Urlaubstage, je nach Modell
Ein wichtiger Punkt betrifft den gesetzlichen Urlaubsanspruch, der sich bei einigen Modellen anteilig verringert. Das wird in der Planung häufig unterschätzt. Wie sich das genau berechnet, zeigt der nächste Abschnitt.
Wie viele Urlaubstage habe ich bei einer 4-Tage-Woche?
Wechselst Du von einer 5-Tage- zu einer 4-Tage-Woche, sinkt Dein gesetzlicher Mindesturlaub in der Regel anteilig, zum Beispiel von 20 auf 16 Tage im Jahr. Viele Arbeitgeber gleichen das freiwillig aus: Ein Blick in den Arbeitsvertrag lohnt sich in jedem Fall.
Der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz orientiert sich an der Anzahl der Arbeitstage pro Woche, nicht an den Arbeitsstunden. Die Faustformel lautet:
Bei 20 Urlaubstagen und einem Wechsel von 5 auf 4 Arbeitstage pro Woche ergibt das: 20 ÷ 5 × 4 = 16 Urlaubstage. Das gilt unabhängig davon, ob die Gesamtstundenzahl gleich bleibt (komprimierte Woche) oder tatsächlich sinkt (echte Arbeitszeitverkürzung), da sich das Gesetz an Arbeitstagen orientiert. Viele Unternehmen gleichen die Differenz freiwillig aus oder gewähren zusätzliche freie Tage, um das Modell für Beschäftigte attraktiver zu machen. Für Arbeitgeber lohnt sich das doppelt: Wer den Urlaubsanspruch aktiv anspricht und transparent regelt, vermeidet spätere Missverständnisse und macht das Modell im Bewerbungsgespräch zu einem echten Pluspunkt. Es lohnt sich also, die konkrete Regelung im Arbeits- oder Tarifvertrag zu prüfen, bevor Du von einem festen Minus an Urlaubstagen ausgehst.
Die 3 Modelle der 4-Tage-Woche im Überblick
Bei der 4-Tage-Woche gibt es vor allem drei Modelle: die komprimierte Woche mit gleicher Stundenzahl an vier längeren Tagen, die echte Arbeitszeitverkürzung auf zum Beispiel eine 32-Stunden-Woche bei vollem Gehalt, und rotierende Modelle mit wechselnden freien Tagen im Team.
Was zeigt die aktuelle Studie zur 4-Tage-Woche in Deutschland?
In Deutschlands bislang größter Pilotstudie testeten 45 Unternehmen mit rund 900 Beschäftigten von März bis September 2024 unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Münster die 4-Tage-Woche. Ergebnis: 70 Prozent der Organisationen wollten das Modell fortführen, nur 20 Prozent kehrten zur 5-Tage-Woche zurück, 10 Prozent waren zum Studienende noch unentschlossen, bei stabilen Umsätzen und Gewinnen.
Auch im Zwei-Jahres-Follow-up vom Februar 2026 bestätigte sich der Trend: 22 Prozent der teilnehmenden Unternehmen hatten ihr Modell seither angepasst, ohne grundsätzlich davon abzurücken. Neben stabilen Geschäftszahlen zeigten sich messbare Verbesserungen bei Schlaf, Bewegung und psychischer Gesundheit der Beschäftigten. Eine Einschränkung bleibt: Die Studie ist nicht repräsentativ für die gesamte deutsche Wirtschaft, da vor allem Beratungs- und Agenturunternehmen teilnahmen, während Handwerk, Industrie und Schichtbetriebe kaum vertreten waren.
Der Trend zu flexibleren Arbeitszeitmodellen betrifft nicht nur den Berufsalltag, sondern auch das Studium. Gerade wer ein duales BWL-Studium mit Praxisphasen im Unternehmen kombiniert, profitiert davon, sich früh mit modernen Arbeitszeitmodellen wie der 4-Tage-Woche auseinanderzusetzen, schließlich prägen sie schon bald den eigenen Berufsalltag.
Die4-Tage-Woche gehört zu den meistdiskutierten Arbeitszeitmodellen der letztenJahre. Statt an fünf Tagen zu arbeiten, verteilen Beschäftigte ihreWochenarbeitszeit auf vier Tage und gewinnen so ein verlängertes Wochenende.Wie eine große deutsche Pilotstudie mit 45 Unternehmen zeigt, ist das Modell längst mehr als ein Experimentaus Neuseeland: Es hat sich auch hierzulande in der Praxis bewährt.
In diesem Artikel erfährst Du, welche Vorteile und Nachteile die 4-Tage-Woche hat, wie sich Dein Urlaubsanspruch dabei verändert, welche Modelle es gibt und was die aktuelle Studienlage in Deutschland zeigt.
Das Wichtigste in Kürze
Definition: Bei der 4-Tage-Woche wird die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Tage verteilt, je nach Modell bei gleicher oder reduzierter Gesamtstundenzahl
Größter Vorteil: Mehr Freizeit und laut deutscher Pilotstudie stabile Umsätze trotz 20 Prozent weniger Arbeitszeit
Größter Nachteil: Je nach Modell sinkt der gesetzliche Urlaubsanspruch anteilig, zum Beispiel von 20 auf 16 Tage im Jahr
Aktuelle Studienlage: In Deutschlands bislang größter Pilotstudie mit 45 Unternehmen wollten 70 Prozent das Modell fortführen, nur 20 Prozent kehrten zur 5-Tage-Woche zurück
Modelle: Von der komprimierten 4x10-Stunden-Woche bis zur echten 32-Stunden-Woche bei vollem Gehalt gibt es verschiedene Varianten
Für Unternehmen: Die 4-Tage-Woche wird zunehmend zum Argument im Wettbewerb um Fachkräfte, gerade in wissensbasierten Berufen
Für wen relevant: Sowohl für Arbeitnehmer:innen, die mehr Zeit für sich wollen, als auch für alle, die sich schon im
Wirtschaftspsychologie-Studium
mit der Zukunft der Arbeit beschäftigen möchten
Was ist die 4-Tage-Woche?
Die 4-Tage-Woche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Wochenarbeitszeit auf vier statt fünf Werktage verteilt wird. Je nach Modell bleibt die Gesamtstundenzahl dabei gleich, zum Beispiel bei vier mal zehn Stunden, oder sie sinkt tatsächlich, etwa auf eine 32-Stunden-Woche bei vollem Gehaltsausgleich. Ziel ist in beiden Fällen eine bessere Work-Life-Balance.
Damit ist die 4-Tage-Woche Teil eines größeren Trends hin zu flexibleren Arbeitsmodellen. In einem Gastvortrag von SAP an der CBS wurde berichtet, wie New-Work-Prinzipien wie verteilte Führungsverantwortung und psychologische Sicherheit im Team dabei helfen, Arbeit flexibler und ergebnisorientierter zu organisieren, unabhängig davon, an wie vielen Tagen gearbeitet wird. Für Unternehmen ist die 4-Tage-Woche deshalb zunehmend auch ein Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte, nicht nur ein Zugeständnis an Beschäftigte.
Vorteile der 4-Tage-Woche im Überblick
Die 4-Tage-Woche bietet mehr Freizeit für Familie, Freunde und Hobbys, spart Fahrtkosten und kann laut Studien Produktivität und Gesundheit verbessern, ohne dass Unternehmen dabei Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.
Vorteil 1 – Mehr Zeit für Familie und Freunde
Wird die Arbeitszeit auf vier Wochentage verteilt, hat der Mitarbeiter ein verlängertes Wochenende. So bleibt mehr Raum für andere wichtige Dinge im Leben, wie Familie und Freunde, statt Termine nur an zwei Tagen unterzubringen.
Vorteil 2 – Mehr Zeit für Hobbys und Erholung
Dank verkürzter Arbeitswoche bleibt genügend Zeit, um Hobbys nachzugehen oder einfach abzuschalten. Je ausgeglichener und entspannter der Mitarbeiter ist, desto höher ist in der Regel auch seine Motivation im Job.
Vorteil 3 – Höhere Produktivität und weniger Stress
In der deutschen Pilotstudie der Universität Münster bewerteten Beschäftigte ihre eigene Produktivität mit durchschnittlich 7,69 von 10 Punkten, gegenüber 6,83 Punkten in der Vergleichsgruppe. Umsatz und Gewinn der teilnehmenden Unternehmen blieben dabei trotz 20 Prozent weniger Arbeitszeit stabil. Kürzere Arbeitswochen gehen zudem häufig mit weniger Stress und selteneren Krankheitsausfällen einher.
Vorteil 4 – Geringere Fahrtkosten
Da der Mitarbeiter nur an vier statt fünf Tagen zum Arbeitsplatz fährt, spart er nicht nur Zeit, sondern über das Jahr gerechnet auch spürbar Fahrtkosten, gerade bei langen Pendelstrecken.
Vorteil 5 – Mehr Raum für Kurztrips am verlängerten Wochenende
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Welche Nachteile hat die 4-Tage-Woche?
Die 4-Tage-Woche hat auch Schattenseiten: längere Arbeitstage mit Überstundenrisiko, schwierigere Kinderbetreuung, sinkende Konzentration nach mehreren Stunden und je nach Modell weniger Urlaubstage im Jahr.
Nachteil 1 – Längere Arbeitstage und Überstundenrisiko
Anfangs stellen sich viele vor, zehn Stunden am Tag zu arbeiten sei einfach umsetzbar. Werden Überstunden nötig, können aus zehn Stunden schnell elf oder zwölf werden, mit entsprechend weniger Erholungszeit am Abend. Klare Absprachen zu Kernarbeitszeiten helfen, dem vorzubeugen.
Nachteil 2 – Schwierigere Kinderbetreuung
Vor allem Beschäftigte mit kleinen Kindern haben es schwerer, eine Betreuung über einen so langen Arbeitstag hinweg zu organisieren, etwa wenn Kita-Öffnungszeiten nicht mithalten. Das betrifft besonders Modelle mit vier mal zehn Stunden statt kürzerer, aber ebenfalls auf vier Tage verteilter Arbeitszeit.
Nachteil 3 – Sinkende Konzentration nach mehreren Stunden
Es gilt als belegt, dass die Konzentrationsfähigkeit nach fünf bis sechs Stunden am Tag spürbar nachlässt. Ob die Produktivität wirklich steigt, wenn die tägliche Arbeitszeit von acht auf zehn Stunden wächst, hängt deshalb stark von Aufgabe und Arbeitsorganisation ab, nicht allein von der Anzahl der Arbeitstage.
Nachteil 4 – Weniger Urlaubstage, je nach Modell
Ein wichtiger Punkt betrifft den gesetzlichen Urlaubsanspruch, der sich bei einigen Modellen anteilig verringert. Das wird in der Planung häufig unterschätzt. Wie sich das genau berechnet, zeigt der nächste Abschnitt.
Wie viele Urlaubstage habe ich bei einer 4-Tage-Woche?
Wechselst Du von einer 5-Tage- zu einer 4-Tage-Woche, sinkt Dein gesetzlicher Mindesturlaub in der Regel anteilig, zum Beispiel von 20 auf 16 Tage im Jahr. Viele Arbeitgeber gleichen das freiwillig aus: Ein Blick in den Arbeitsvertrag lohnt sich in jedem Fall.
Der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz orientiert sich an der Anzahl der Arbeitstage pro Woche, nicht an den Arbeitsstunden. Die Faustformel lautet:
Bei 20 Urlaubstagen und einem Wechsel von 5 auf 4 Arbeitstage pro Woche ergibt das: 20 ÷ 5 × 4 = 16 Urlaubstage. Das gilt unabhängig davon, ob die Gesamtstundenzahl gleich bleibt (komprimierte Woche) oder tatsächlich sinkt (echte Arbeitszeitverkürzung), da sich das Gesetz an Arbeitstagen orientiert. Viele Unternehmen gleichen die Differenz freiwillig aus oder gewähren zusätzliche freie Tage, um das Modell für Beschäftigte attraktiver zu machen. Für Arbeitgeber lohnt sich das doppelt: Wer den Urlaubsanspruch aktiv anspricht und transparent regelt, vermeidet spätere Missverständnisse und macht das Modell im Bewerbungsgespräch zu einem echten Pluspunkt. Es lohnt sich also, die konkrete Regelung im Arbeits- oder Tarifvertrag zu prüfen, bevor Du von einem festen Minus an Urlaubstagen ausgehst.
Die 3 Modelle der 4-Tage-Woche im Überblick
Bei der 4-Tage-Woche gibt es vor allem drei Modelle: die komprimierte Woche mit gleicher Stundenzahl an vier längeren Tagen, die echte Arbeitszeitverkürzung auf zum Beispiel eine 32-Stunden-Woche bei vollem Gehalt, und rotierende Modelle mit wechselnden freien Tagen im Team.
Was zeigt die aktuelle Studie zur 4-Tage-Woche in Deutschland?
In Deutschlands bislang größter Pilotstudie testeten 45 Unternehmen mit rund 900 Beschäftigten von März bis September 2024 unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Münster die 4-Tage-Woche. Ergebnis: 70 Prozent der Organisationen wollten das Modell fortführen, nur 20 Prozent kehrten zur 5-Tage-Woche zurück, 10 Prozent waren zum Studienende noch unentschlossen, bei stabilen Umsätzen und Gewinnen.
Auch im Zwei-Jahres-Follow-up vom Februar 2026 bestätigte sich der Trend: 22 Prozent der teilnehmenden Unternehmen hatten ihr Modell seither angepasst, ohne grundsätzlich davon abzurücken. Neben stabilen Geschäftszahlen zeigten sich messbare Verbesserungen bei Schlaf, Bewegung und psychischer Gesundheit der Beschäftigten. Eine Einschränkung bleibt: Die Studie ist nicht repräsentativ für die gesamte deutsche Wirtschaft, da vor allem Beratungs- und Agenturunternehmen teilnahmen, während Handwerk, Industrie und Schichtbetriebe kaum vertreten waren.
Der Trend zu flexibleren Arbeitszeitmodellen betrifft nicht nur den Berufsalltag, sondern auch das Studium. Gerade wer ein duales BWL-Studium mit Praxisphasen im Unternehmen kombiniert, profitiert davon, sich früh mit modernen Arbeitszeitmodellen wie der 4-Tage-Woche auseinanderzusetzen, schließlich prägen sie schon bald den eigenen Berufsalltag.
Mehr Freizeit, mehr Produktivität?
Die 4-Tage-Woche verspricht eine bessere Work-Life-Balance – doch wie gelingt das schon während des Studiums? Entdecke, wie ein Studium an der CBS Dir Flexibilität bietet und Dich optimal auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet.
Ist die 4-Tage-Woche in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Aktuell gibt es in Deutschland keine gesetzliche Pflicht zur 4-Tage-Woche. Unternehmen können das Modell freiwillig einführen, müssen dabei aber die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes einhalten, etwa maximale tägliche Arbeitszeiten und vorgeschriebene Ruhepausen.
Wie berechne ich meine Arbeitszeit bei einer 4-Tage-Woche?
Teile Deine bisherige Wochenarbeitszeit durch Deine bisherigen Arbeitstage und multipliziere das Ergebnis mit der neuen Anzahl an Arbeitstagen. Bei einer komprimierten Woche bleibt die Wochenstundenzahl gleich, verteilt sich aber auf vier statt fünf Tage. Bei einer echten Arbeitszeitverkürzung sinkt sie zusätzlich, zum Beispiel auf eine 32-Stunden-Woche.
Ist eine 32-Stunden-Woche dasselbe wie eine 4-Tage-Woche?
Nicht zwingend. Eine 4-Tage-Woche beschreibt, an wie vielen Tagen gearbeitet wird, eine 32-Stunden-Woche, wie viele Stunden insgesamt. Beides lässt sich kombinieren, muss es aber nicht: Eine 4-Tage-Woche kann auch bei voller 40-Stunden-Woche stattfinden, wenn sich die Stunden auf vier statt fünf Tage verteilen.
Eignet sich die 4-Tage-Woche für jedes Unternehmen?
Nicht automatisch. Branchen mit durchgehendem Kundenkontakt oder Schichtbetrieb benötigen meist rotierende Modelle, damit der Betrieb an fünf Tagen erreichbar bleibt. Für viele wissensbasierte Berufe, wie sie auch in der deutschen Pilotstudie überwiegend vertreten waren, ließ sich das Modell dagegen gut umsetzen.
Wie wirkt sich die 4-Tage-Woche auf mein Gehalt aus?
Das hängt vom Modell ab. Bei einer komprimierten Woche mit gleicher Gesamtstundenzahl ändert sich das Gehalt in der Regel nicht. Bei einer echten Arbeitszeitverkürzung, etwa auf eine 32-Stunden-Woche, hängt es vom Unternehmen ab, ob das Gehalt anteilig sinkt oder – wie im 100-80-100-Modell – bei vollem Lohnausgleich gleich bleibt.