Richtig bewerben im Web 2.0

Alle Kategorien, Fakultät, Inside CBS   -  27. September 2018

Auf Einladung des Career Service gab Tabea Dirscherl, HR Marketing Specialist DACH/ Talent Acquisition bei sIthree, den CBS-Studierenden einen Überblick, worauf es beim „Bewerben im Web 2.0“ ankommt. Die Personalerin stellte dabei gleich zu Beginn klar, dass die klassische Print-Stellenanzeige endgültig ausgedient hat: „Ob Sie sich in Karriereportalen anmelden, Informationen zu einer Stelle recherchieren oder aktiv auf Xing oder LinkedIn nach passenden Stellen suchen – die Jobsuche findet heute nur noch online statt.“ Um sich online, wie offline bestmöglich zu präsentieren, verriet Tabea Dirscherl, worauf Personaler besonders im Bewerbungsprozess achten.

Die Jobsuche: Strategien für eine höhere Trefferquote

Die Wahl der Suchmaschine entscheidet maßgeblich darüber, welche Stellenanzeigen gefunden werden. „Legen Sie vorab Ihre Kriterien für Ihren Wunscharbeitgeber fest. Monster ist beispielsweise eine der größten Online-Jobbörsen in der DACH-Region. Da die Inserate dort sehr hochpreisig sind, treffen Jobsuchende vor allem auf große Unternehmen und Konzerne. Wer lieber bei einem mittelständigen Unternehmen in der Region arbeiten möchte, sollte das Portal “Stellenwerk” nutzen“, riet Tabea Dirscherl. Wer keine Stelle verpassen möchte, sollte auf eine Meta-Jobbörse wie Kimeta setzen, die 95 Prozent der online veröffentlichten Stellen auffinden. Viele Jobbörsen bieten zudem den Service einer E-Mail-Benachrichtigung an, die Abonnenten täglich oder wöchentlich über offene Stellen informieren. Falls der Jobsuchende eine passende Stellenanzeige gefunden hat, sollte er diese unbedingt abspeichern: Das aufgeführtenAnforderungsprofil sollte er zur Grundlage nehmen, um seine Stärken im Anschreiben und Lebenslauf hervorzuheben.

Das Online-Profil: Schnittstelle zu Recruitern

Mit über 10 Millionen Profilen gilt Xing als das wichtige Karrierenetzwerk für Jobeinsteiger in der DACH-Region. Das amerikanische Netzwerk LinkedIn ist hingegen besonders für Studierende relevant, die internationale Kontakte aufbauen wollen. CBS-Studierende sollten möglichst schon im Bachelor ein Online-Profil anlegen und erste Business-Kontakte aufbauen. „Über unsere Recruiter-Maske können wir genau sehen, welche Profile regelmäßig aktualisiert werden. Jobsuchende sollten mindestens einmal im Monat an ihren Profilen arbeiten, damit sie von Personalern wahrgenommen werden“, empfahl sie. Über die neue Funktion „Campus-Suche“ bei Xing erhalten die Nutzer zudem einem Überblick, welche Schlagworte für ein bestimmtes Berufsbild häufig genutzt werden. Wer sich für eine Stelle als „Wirtschaftsinformatiker“ interessiert, kann sein Profil anhand dieser Suche leicht ergänzen. Für Arbeitnehmer mit befristeter Stelle darf zudem die Angabe des voraussichtlichen Endes nicht fehlen: Sie signalisieren Personalern damit, wann sie wieder für den Arbeitsmarkt verfügbar sind.

Das Bewerbungsanschreiben: Werbung in eigener Sache

Bewerben bedeutet Selbst-PR. Aus diesem Grund folgt der Aufbau des einseitigen Bewerbungsschreibens heute noch dem Werbewirkungsprinzip AIDA: Der erste Absatz müsse die Aufmerksamkeit (attention) des Personalers auf sich ziehen. Wichtig sei dabei, die genaue Stellenbeschreibung aus der Anzeige zu übernehmen, da insbesondere große Unternehmen bis zu 20 Stellen gleichzeitig ausschreiben würden. Im zweiten Absatz solle der Bewerber hingegen das Interesse (interest) des HR-Managers wecken. Inhaltlich solle er an dieser Stelle klarstellen, was er besonders gut könne. „Bitte verzichten Sie hier auf Floskeln, die unglaubwürdig wirken. Anstatt viele Punkte aufzuzählen, sollten Sie sich lieber auf ausgewählt Punkte konzentrieren und diese näher ausführen“, riet Tabea Dirscherl. Der dritte Absatz solle Aufschluss darüber geben, warum der Bewerber sich auf die Stelle bewerbe (desire). Das perfekte Bewerbungsschreiben endet mit genau einem Satz – der Aufforderung (action) zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. „Treten Sie dabei selbstbewusst auf und schreiben Sie diese Aufforderung nicht im Konjunktiv“, empfahl die Expertin.

Der Lebenslauf: Spiegelbild der Kompetenzen

Für viele Personaler stellt der Lebenslauf das Herzstück der Bewerbung dar. Bei Berufseinsteigern sollte er nicht länger als zwei Seiten sein und mit der aktuellsten Tätigkeit beginnen. „Reichern Sie Ihren Lebenslauf mit Informationen an, indem Sie Ihre Aufgabengebiete mit Spiegelstrichen auflisten. Falls Sie in einem großen Unternehmen gearbeitet haben, geben Sie unbedingt auch den Standort an. Dieser Punkt wird häufig vergessen“, sagte Tabea Dirscherl. Ein professionelles Bewerbungsbild und eine Unterschrift gehören ebenfalls auf jeden Lebenslauf. Von den Bewerbern würde oftmals der Punkt „Hobbies“ belächelt werden – ein Fehler, wie die Expertin erklärte: „Ich knüpfe gern bei den Hobbies an, um mit dem Bewerber in einen lockeren Smalltalk zu treten und ein wenig die Anspannung vor dem Bewerbungsgespräch zu nehmen.“

Das Vorstellungsgespräch: Durch Vorbereitung glänzen

Bewerber treten nur selbstsicher auf, wenn sie gut vorbereitet zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen. „Nie war es so einfach wie heute, sich über ein Unternehmen zu informieren. Neben den Eckdaten zur Gründungsgeschichte und aktuellem Leistungsportfolio geben Unternehmen in ihrem Online-Auftritten noch viel mehr preis: Die Website ist ein Indiz auf das Firmenimage, der Facebook-Kanal auf die Unternehmenskultur“, verriet Tabea Dirscherl.

Bei spontanen Telefoninterviews sollten die Bewerber jedoch vorsichtig sein: Ohne Vorbereitung ist ein solches Gespräch zum Scheitern verurteilt. Eine solche Anfrage sollten laut Expertin am besten auf einen der kommenden Tage verschoben werden. Die Bewerber sollte zudem laut Expertin auch beim Telefoninterview auf die richtige Haltung achten: „Ich kann Ihnen versichern, dass Personaler hören können, ob Sie auf der Couch oder aufrecht am Schreibtisch sitzen. Ich empfehle, dass Sie sich während eines Telefoninterviews hinstellen.“

Wenn der Bewerber im Telefoninterview punkten konnte, wird er zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. In seiner Vorbereitung sollte er auf klassische Fragen, z. B. nach den eigenen Stärken und Schwächen, vorbereiten. „Mein Tipp: Erkundigen Sie sich bei Freunden und Familie nach Ihren Schwächen. Nennen Sie im Bewerbungsgespräch eine dieser Schwächen und weisen Sie darauf hin, dass Sie daran arbeiten,“ sagte die Expertin. Zum Schluss gab sie den Studierenden noch einen überraschenden Tipp mit auf den Weg: „Mindestens einmal sollten Sie Ihre Online-Bewerbung trotzdem ausdrucken. Gelegentlich nehmen Personaler noch weitere Mitarbeiter spontan mit ins Bewerbungsgespräch, die keine Zeit hatten, sich Ihre Bewerbung auszudrucken. Mit einer Bewerbung im petto glänzen Sie durch Ihre gute Vorbereitung!“

Foto: Silke Friedrich

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