Prof. Dr. Laxmi Remer im Interview

Alle News, Fakultät   -  29. November 2019

Hat Bargeld im digitalen Zeitalter überhaupt eine Überlebenschance? Und was sind die Risiken der mobilen Bezahlverfahren? Pünktlich zum Black Friday, an dem das Thema „Bezahlen“ für viele Verbraucher wieder ins Bewusstsein rückt, haben wir Prof. Dr. Laxmi Remer, Professorin für Finance, zum Wandel und zur Zukunft des Bezahlens interviewt.

CBS: Mobiles Bezahlen wird in Ländern wie China und den USA immer beliebter.  Was ist der Vorteil dieser Zahlungsmethode?

Prof. Dr. Laxmi Remer: Obwohl es sich um eine immer verbreiterte Facette der Geschäftswelt handelt, kommt Mobile Banking vor allem den kleineren Unternehmen und Gesellschaftsschichten ohne direkten Zugang zu Bank-Diensten zugute. Faktoren, wie der technologische Fortschritt, die wirtschaftliche Skalierbarkeit, die zunehmende Einfachheit und die Smartphones-Nutzung für Transaktionen, begünstigen die immer größere Beliebtheit der mobilen Bezahlmethode in der Geschäftsabwicklung. Man muss nicht mehr zu einer Bank oder einem Geldautomaten gehen, um die meisten Zahlungsformen durchzuführen. Die Bequemlichkeit und Reichweite dieser Technologie entspricht somit unseren aktuellen Lebensstil.

CBS: Welche Chancen und Risiken bietet diese Technologie?

Prof. Dr. Laxmi Remer: Sie ermöglicht den Zugang zu einer breiteren Kundenbasis und bewahrt sich gleichzeitig ihre persönliche Note. Mobile Zahlungsmethoden sind sehr praktisch und einfach zu bedienen. Durch sie können Personen eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen in Echtzeit handeln und die materielle Lieferung von Dienstleistungen und Waren, wie Kinokarten, bezahlen. Sehr wichtig ist zudem, dass mobiles Bezahlen für die meisten Menschen erschwinglich ist.

Die Sicherheit rund um Transaktionen und Konten stellt eine ihrer größten Risiken dar. Hacking, Malware, Tracking-Programme usw. können Streitpunkte sein.

CBS: Wie steht es um die Zukunft des Bargeldes?

Prof. Dr. Laxmi Remer: Laut einem Artikel von Ernst and Young “Why the potential end of cash is about more than money” („Warum das potenzielle Ende von Bargeld mehr ist als nur Geld“) ist es möglich, das Papiergeld, wie wir sie kennen, zu ersetzen, aber wird zu unerwünschten wirtschaftlichen und politischen Situationen führen. In vielen Ländern gilt immer noch „Nur Bares ist Wahres“. Der bargeldlose Zahlungsverkehr nimmt jedoch weltweit rapide zu und betrifft alle Lebensbereiche. Da es sowohl für den Zahlungsverkehr mit als auch ohne Bargeld eine Nachfrage gibt, ist mit einer Koexistenz beider Zahlungsmöglichkeiten zu rechnen.

CBS: Mobile Payment ist nur ein aktueller Digitalisierungstrend in der Finanzwelt. Welche weiteren Änderungen erwarten Sie?

Prof. Dr. Laxmi Remer: Viele in der Branche und auf den Märkten haben die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen für sichere Online-Transaktionen erkannt. Durch die steigenden Investitionen in KI-Technologien ändern sich unsere Geschäftsmodelle, wie wir sie heute kennen – Amazon ist nur ein Beispiel dafür. Self-Service-Banking, Blockchain-Technologien und Geldtransfer sind Bereiche, in denen Fintech-Einhörner durch Kapitalzuflüsse gefördert werden.

CBS: Seit letztem Semester bieten wir die Studiengänge “Finance & Management” (Bachelor of Science) und “Global Finance” (Master of Science) an. Wie bereiten sie die Studierenden auf diese neuen Marktbedingungen vor?

Prof. Dr. Laxmi Remer: Unser Studienangebot sensibilisiert die Studierenden für die Entwicklungen in der digitalen Welt mit Themen wie New Age Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Finanzinstrumente. Wir bieten auch Wahlkurse an, die es den Studierenden ermöglichen, Themen des digitalen Fortschritts in der Branche gezielt zu belegen. Abgerundet durch Gastvorträge und Kursen sind unsere Studierenden demnach mit den aktuellen Themen im Finanzbereich bestens vertraut. 

 CBS: Vielen Dank für das Interview!

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