Logistik spielend verstehen: Beer Distribution Game am Campus

Alle News, Fakultät, Inside CBS   -  11. Januar 2019

Büffeln war gestern: Beim MIT Beer Distribution Game lernen Studierende spielend, was es mit dem „Bullwhip-Effekt“ (Peitscheneffekt) in Versorgungsketten auf sich hat. Während des BVL-Netzwerktreffen an der Cologne Business School haben die studentischen Sprecher der Bundesvereinigung Logistik Lisa-Nadine Karrenbauer und Robin Kostoz gemeinsam mit Dr. Nils Finger, Professur für Supply Chain Management, unsere Studierenden zu einer Partie eingeladen.

Ein Spiel – viele Anwendungsbereiche

Das Beer Game gilt als ein Klassiker des Planspiels und wurde in den 1960iger Jahren am Massachusetts Institute of Technology entwickelt. Ziel der Simulation war es ursprünglich, systemische Verhaltensstrukturen von Menschen zu erforschen. Erst später wurde an Universitäten eingesetzt, um Studierenden den „Bullwhip-Effect“ (Peitscheneffekt) in Versorgungsketten erlebbar zu machen. Seitdem existieren verschiedene Adaptionen des Spiels, welche auch Einzug in die Managementausbildung gefunden haben.

Der Spielablauf: Von Lieferschwierigkeiten und Bierschwemmen

Vor Spielbeginn werden die Teilnehmer den Rollen „Einzelhändler, Großhändler, Regionallager und Fabrik“ in der Logistikkette zugeteilt. Die Aufgabe der einzelnen Spieler besteht darin, in jeder Runde die Kundenbestellungen möglichst gut zu erfüllen und die eigene Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten. Dabei müssen die Spieler auch versuchen, die eigenen Kosten so gering wie möglich zu halten, da gelagerte Bierkästen zu Lagerkosten und nicht gelieferte Bierkästen zu Verzugskosten führen. Die einzige Kommunikation unter den Spielern findet während der wöchentlichen Lieferungen des jeweiligen Lieferanten statt.

Nach einigen Runden stellt sich folgendes Szenario ein: Beim Endverbraucher steigt die Nachfrage nach Bier sprunghaft an, wodurch eine Zeitverzögerung zwischen Bestellung und Lieferungen entsteht. Dadurch schaukelt sich das System schnell auf, führt zu extremen Schwankungen der Bestell- und Lagermengen und die Kosten für Lagerhaltung und Lieferverzug steigen. Kurz gesagt: Es tritt der Peitscheneffekt in der Lieferkette auf. Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler mit den geringsten Kosten.

BWL mit Logistikschwerpunkt studieren

Um tiefer in das Thema Supply Chain Management einzusteigen, bietet die Cologne Business School im Bachelor-Studiengang General Management die Wahl-Spezialisierung „Supply Chain Management“ an. Ab dem dritten Semester lernen die Studierenden die Grundlagen des strategischen Beschaffungs- und Lieferantenmanagements, Distributionsmanagements sowie Nachhaltige Supply Chains kennen, was sie auf viele Einstiegsmöglichkeiten in der Logistik vorbereitet.