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Globale Standards bewahren!

Alle Kategorien, Fakultät   -  31. Mai 2016

Professorin Dr. Herrmann auf dem 100. Katholikentag in Leipzig

Eines der Themen, das die Gesellschaft seit Jahren bewegt, ist das transatlantische Handelsabkommen TTIP zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Jüngst waren Einzelheiten des geplanten Abkommens öffentlich geworden und hatten in den Medien heftige Diskussionen hervorgerufen.

Am Sonnabend, 28. Mai, fand im Rahmen des 100. Katholikentags in der Leipziger Kongresshalle eine Podiumsdiskussion zum Thema TTIP teil, an der auch CBS-Professorin Dr. Brigitta Herrmann teilnahm, die neben ihrem Abschluss als Ökonomin auch ein Theologiestudium absolvierte und sich bereits seit Jahren sehr aktiv für den Schutz der Menschenrechte engagiert und eine Kritikerin des geplanten Freihandelsabkommens ist. Sie setzt sich dafür ein, insbesondere die Standards von Lebensmitteln in Europa nicht auf das amerikanische Niveau zu senken.

Die Professorin forderte: Menschenrechte, Sozial-, Umwelt- und Klimaziele müssen Wirtschaftsabkommen vorgeordnet werden, damit die Wirtschaft zu einem menschenwürdigen, erfüllten Leben für alle Menschen beitragen kann.

Aus diesen Gründen sei es nicht wünschenswert, das Handelsabkommen auf der bisherigen Grundlage weiter zu verhandeln. Vielmehr müsse ein neues Mandat geschaffen werden, das die genannten Rechte und Ziele als bindend voraussetzt.

Die Diskussion stand unter dem Motto: „TTIP: Wohlstand durch Handel? Standard für fairen Welthandel oder Vertrag zu Lasten Dritter?“ Mit einem Impulsvortrag eröffnete der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger die Diskussion. Er hob die Vorzüge des Abkommens insbesondere für den Mittelstand hervor und versprach, dass insbesondere der Verbraucherschutz vollumfänglich gewahrt bliebe.

Dies sieht Professorin Dr. Herrmann anders:  Sie bezweifelte die positiven Auswirkungen von TTIP auf die Wohlstandsentwicklung und kritisierte, die Absenkung von Qualitätsstandards beeinträchtige die Lebensqualität der Menschen. Daher fiel ihr Urteil über das Freihandelsabkommen skeptisch aus: Es frage sich, ob die Menschen in Europa dies in Kauf nehmen wollen.

Weiterhin warnte sie vor den geplanten Schiedsgerichten. Einigten sich die Partner darauf, dass jede Region ihre eigenen Produktionsstandards beibehalten dürfe, könnten z.B. amerikanische Unternehmen, deren Produkte nach europäischen Standards hier nicht verkauft werden dürften, die Bundesrepublik vor einem solchen Schiedsgericht auf hohe Schadensersatzsummen verklagen.

In Leipzig ging der Katholikentag am Sonntag mit einem Gottesdienst, an dem 20.000 Gläubige teilnahmen, zu Ende. Neben Veranstaltungen zu innerkirchlichen Themen fanden während des fünftätigen Treffens auch zahlreiche Podiumsdiskussion, Workshops und Vorträge zu gesellschaftlichen und politischen Fragen statt. Allein das Programmheft umfasst 640 Seiten.

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