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Das Volk hat gesprochen! Der Brexit ist passiert.

Alle Kategorien   -  24. Juni 2016

Eine historische Entscheidung wurde getroffen. Sie muss respektiert und akzeptiert werden.

von Prof. Dr. Laxmi Remer, Professorin für Finanzwissenschaften

Das britische Referendum über die EU-Mitgliedschaft, eine Fahrt voller Drehungen und Wendungen, hat sein Ziel mit den Stimmen zugunsten des Austritts aus der Gemeinschaft erreicht. Seit Ankündigung des Referendums im Jahre 2015 kämpften Befürworter und Gegner des Verbleibs in der europäischen Gemeinschaft entschlossen für ihre jeweiligen Positionen. Bis zuletzt war der Ausgang der Entscheidung offen. Die Buchmacher setzten im Vorfeld  ebenso wie viele Anwälte und Berater auf ein Scheitern der Austritts-Befürworter.

Die einzige Gewissheit in dieser ganzen Entwicklung ist die Unsicherheit. Während beide Parteien über die konkreten Folgen eines Austritts stritten, war es doch allen Beteiligten klar, dass niemand wirklich die Auswirkungen absehen konnte. Während die kurzfristigen Auswirkungen auf den Kapitalmarkt an dessen direkten (Über-) Reaktionen sehr schnell erkennbar sein werden, sind es die langfristigen, deren Folgen nur schwer abschätzbar sind.

Der “dramatische” Fall des britischen Pfund kann kurzfristig die britische Exportwirtschaft ankurbeln, doch wird dadurch zeitgleich das Importgeschäft gehemmt. Laut einer Erhebung des HM Revenue and Customs  vom 9. Juni 2016 ist Großbritannien ein Netto-Importeur der EU, so dass die Ergebnisse der Handelsverhandlungen, die nun unweigerlich in Bewegung gesetzt werden, nicht vorhergesagt werden können. Sicher ist bisher nur, dass die Entwicklung weder für die EU noch für Großbritannien einfach werden wird.

Die deutsche Wirtschaft als größte Volkswirtschaft innerhalb der Gemeinschaft wird die Folgen dieser Trennung wie der Rest der EU zu spüren bekommen. Deutsche Unternehmen, die anders als nun britische den Vorschriften aus Brüssel unterliegen, könnten darüber einen Wettbewerbsnachteil erleiden. Nach Angaben des Ifo Instituts in München könnte Deutschland im schlimmsten Fall ein Rückgang des Wirtschaftswachstums von in Höhe von drei Prozent drohen.

Beobachter sprechen auch von einer schmerzhaften Scheidung. Besorgniserregend ist auch, dass in der Presse bereits von einem Domino-Effekt zu lesen ist, denn auch in anderen europäischen Staaten wie z.B. den Niederlanden verlangen rechte Parteien nun auch nach einem Referendum.

Andererseits wurden in der Vergangenheit auch gelegentlich Weltuntergangsszenarien für den Fall eines Austritts vorausgesagt, die ihren Urhebern von den Austrittsbefürwortern als Angstmacherei ausgelegt wurden, die nur deren eigenen Interessen dienen sollten.

Vielleicht liegt die Wahrheit aber auch in der Mitte. Die nun einzuleitenden Verhandlungen über die Loslösung Großbritanniens von der EU werden zeigen, welche die neuen Maßstäbe für das Vereinigten Königreich und die EU in der weiteren wirtschaftlichen Zusammenarbeit sein werden.

Für die Studierenden der Cologne Business School bietet dieses Ereignis in jedem Fall eine besondere Gelegenheit, eine historische wirtschaftliche Entwicklung in ihrer ganzen Komplexität und weitreichender Größe mit zu verfolgen.

Die CBS International Business School ist seit 2016 Teil der Stuttgarter Klett Gruppe.
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