AXA-Gastvortrag: Wie Strukturen das Mitarbeiterverhalten prägen

Alle Kategorien, Fakultät, Inside CBS   -  22. März 2019

„New Way of Working“ lautet ein wesentlicher Bestandteil des Kulturwandels des AXA-Konzerns. Christin Clodius, Head of Executive Office bei AXA, ist einer der Köpfe, die diese Umsetzung aktiv begleiten. In ihrem Vortrag „Structure shapes behavior – New Way of Working“ stellte sie nun den Wirtschaftspsychologie-Studierenden im Seminar “Applied Business Psychology“ von Prof. Dr. Stefan Schwarz, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie, die Grundlagen der neuen Arbeitswelt bei AXA vor.

„Demographischer Wandel oder technologischer Fortschritt sind nur zwei Herausforderungen, mit denen wir uns als Versicherungskonzern heutzutage auseinandersetzen müssen. Bei AXA haben wir schnell gemerkt, dass wir dafür unsere bestehenden Strukturen kritisch hinterfragen und anpassen müssen. Es geht hierbei neben Vereinfachung von Produkten, Vertiefung unserer Kundenbeziehung und mehr Agilität und Effizienz im Unternehmen, vor allem auch um eine neue Form der Zusammenarbeit, um eben diese Strategie umzusetzen. „New Way of Working (NWoW)“ mit den drei Säulen „Bricks“, „Bytes“ und „Behavior“ ist hierbei eine essentielle Voraussetzung für die Kulturtransformation bei AXA “, erläutert Christin Clodius.

  1. Bricks: Flexibilität statt starre Strukturen

Ein wichtiger Einflussfaktor auf die Mitarbeitermotivation liegt dabei in den äußeren Rahmenbedingungen. „Wie viele Unternehmen hatten wir lange Zeit in unserer Zentrale in Köln und an den anderen bundesweiten Standorten  ein eher traditionelles Arbeitsumfeld mit Großraum- bzw. vielen Einzelbüros, standardisierten Büromöbeln, und nur wenigen Farbakzenten“, beschreibt Christin Clodius. Um die kulturelle Transformation zu unterstützen wurden im Rahmen des NWoW-Projekts diese alten Strukturen aufgehoben und neue, moderne Arbeitsbereiche innerhalb des Unternehmens geschaffen, die aufgrund der Innengestaltung nun mehr Möglichkeiten zum offenen Austausch, kreativer Inspiration aber auch konzentrierter Einzelarbeit oder individueller Erholung bieten.  Feste Arbeitsplätze würde es bei AXA seitdem nicht mehr geben.

„Heute sitzen bei uns so auch Top-Manager neben Auszubildenden, was großartig ist, da es den persönlichen Austausch und die Abstimmungsgeschwindigkeit unter den Mitarbeitern fördert“, so Christin Clodius. Darüber hinaus gelte die Vereinbarung: zwei Tage Home-Office pro Woche für jeden, der dies in Anspruch nehmen möchte.

  1. Bytes: Digital statt analog

Flexible Arbeitsplatzregelungen erfordern auch flexible Büromittel. Bei der AXA wurde dies mit Laptops für alle Mitarbeiter gelöst. Sie werden entweder in Spinds verwahrt oder mit nach Hause genommen. „Unser Ziel ist ein weitestgehend papierloses Büro. In der Vergangenheit haben wir die meisten Dokumente ausgedruckt und abgeheftet. Das kostet aber Zeit und nimmt durch die Archivräume für die Aktenordner viel Platz weg. Heute sind wir da ein ganzes Stück weiter und sichern unsere Dokumente digital“, erklärt Christin Clodius. Im Zuge der Gebäudeumbauten wurden zudem alle Konferenzräume mit modernster Präsentationstechnik ausgestattet.

  1. Behavior: Cross-funktional statt hierarchisch

Die wohl größte Herausforderung für den Transformationsprozess liegt im Umdenken der Mitarbeiter. Begleitet durch Change-Workshops und Trainings werden die Führungskräfte darauf vorbereitet, die Veränderungen innerhalb der Teams sukzessive umzusetzen. „Wir sind oft größere Gewohnheitstiere als wir es denken. Zu Beginn habe ich auch noch manchmal mein Einzelbüro vermisst. Insgesamt ist es für mich eine ganz klare Verbesserung, da ich heute für meine Aufgaben das passende Umfeld auswählen kann – je nachdem, ob ich gerade mit Kollegen ein Brainstorming mache, ein vertrauliches Personalgespräch führe oder konzentriert an einer Unterlage arbeiten möchte“, so Christin Clodius.

Für viele Mitarbeiter war diese neue Art der Kollaboration über Hierarchiegrenzen hinweg und das mittlerweile konzernübergreifende „Duzen“ Neuland, wie Christin Clodius ausführt: „Aus eigener Erfahrung kann ich jeder Führungskraft nur empfehlen: Veränderungen geschehen nie von heute auf morgen. Aber wenn man solche Veränderungen im Team bespricht und dem Team die Möglichkeit gibt, dies aktiv mitzugestalten, findet man gemeinsam gute Lösungen.“

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